Kontemplation - Weg der Achtsamkeit
“Kontemplation ist das Erwachen
zur Gegenwart Gottes im Herzen des Menschen
und im uns umgebenden Universum.
Kontemplation ist Erkenntnis im Zustand von Liebe.“Bede Griffiths
Das Wort Kontemplation bedeutet „schauen“ und
meint den Weg der Mystik im Christentum. Er
führt in die Erfahrung dessen, was hinter dem
rational Fassbaren liegt – das eigene wahre Wesen
eine tiefere Gotteserkenntnis und die daraus resultierende
neue Einstellung zu sich, zu anderen
Menschen und zur Schöpfung insgesamt.
So gesehen sind Kontemplationskurse eine Hinführung
und Einübung in diesen Zustand der Kontemplation.
Im Unterschied zum gegenständlichen Meditieren
über etwas zielt Kontemplation auf das Loslassen
aller Bewusstseinsinhalte. Es geht also nicht um
das Meditieren über einen Inhalt, sondern um
einen Zustand des Erfahrens dessen, was jenseits
unseres Tagesbewusstseins ist.
Kontemplation führt zwar in die Erfahrung einer
Wirklichkeit, die größer ist, als der Mensch. Doch
die Pflastersteine des Weges sind sehr menschlich.
In Stille und in achtsamer Präsenz begegnet der
Mensch zunächst sich selbst. Er wird mit den eigenen
Gedanken und Gefühlen konfrontiert, mit
seinen Träumen, Sehnsüchten, Konflikten und
Abgründen. Er lernt sich kennen, wie er wirklich ist.
Hinter Masken und Verdrängungen begegnet er
der Wahrheit seines eigenen Lebens. Er lernt loszulassen
und öffnet sich für jene Wirklichkeit, die
sich hinter all dem verbirgt, was er weiß, denkt
oder will.
Das hat Auswirkungen im Alltag, in dem mehr
Echtheit, Wahrhaftigkeit, Tiefe, Gelassenheit,
Freude und Gottesnähe spürbar werden.
|